Als Bindemittel für schwimmende Estriche in Innenbereichen, welche mit keramischen Bodenplatten belegt werden, kommen vor allem Zement und Calciumsulfat in Frage.
Calciumsulfat-Estrichmörtel werden wie konventionelle Zementestriche verarbeitet. Sie weisen ein sehr geringes Schwindmass auf. Sie sind je nach Temperatur und Baustellenklima nach 3 Tagen begehbar und nach 28 Tagen voll belastbar. Calciumsulfat-Estriche sind feuchtigkeitsempfindlich.
Calciumsulfat-Fliessestriche sind materialbezogen mit dem konventionellen Calciumsulfat-Estrich zu vergleichen. Der Hauptunterschied besteht darin, dass mit Hilfe geeigneter Stoffe der Estrich so fliessfähig gemacht wird, dass er sich in einem gewissen Umfang selber nivelliert. Diese weisen ein sehr geringes Schwindmass auf. Calciumsulfat-Fliessestriche weisen gegenüber dem Zementestrich tendenziell eine erhöhte Biegezugfestigkeit und im Verhältnis eine etwas niedrigere Druckfestigkeit auf. Dies ermöglicht bei schwimmenden Konstruktionen eine geringfügige Dickenreduzierung bei gleicher Belastbarkeit. Calciumsulfat-Fliessestriche sind feuchtigkeitsempfindlich.
Zementestriche bestehen aus den Komponenten Sand bzw. Kies, Zement, eventuell Zusatzmittel und Wasser. Zementestriche sind derzeit die am häufigsten verwendeten Estriche. Sie werden konventionell eingebaut, verformen sich beim Austrocknen (Schüsseln, Schwinden) sowie beim chemischen Schwinden. Ein Zementestrich ist je nach Temperatur und Baustellenklima nach 3 Tagen begehbar und nach 28 Tagen voll belastbar. Durch besondere Zusatzmittel kann die Austrocknungszeit erheblich verkürzt werden.
Zement-Fliessestriche sind materialbezogen mit dem konventionellen Zementstrich zu vergleichen. Der Hauptunterschied besteht darin, dass mit Hilfe geeigneter Stoffe der Estrich so fliessfähig gemacht wird, dass er sich in einem gewissen Umfang selber nivelliert. Zement-Fliessestriche schwinden, bei grösseren Dicken steigt die Gefahr eines verlängerten Schwindverhaltens und starken Verformungen.
Unter dem Begriff Schnellzemente sind verschiedene Bindemittelkombinationen auf dem Markt. Die Zusammensetzungen können variieren. Es wird zwischen feuchtigkeitsbeständigen und -unbeständigen unterschieden. Hier sind die Herstellerangaben (wasserfest/nicht wasserfest) besonders zu beachten.
Unter dem Begriff Schnelltrockner werden chemische Zusatzmittel angeboten. Die Belegreife von Estrichen mit Schnelltrockner variiert zwischen ein paar Tagen und wenigen Wochen. Das Erreichen der Belegreife ist u.a. von der Zementart, dem Anmachwassergehalt, den klimatischen Bedingungen der Baustelle und dem Abdecken der Estriche abhängig. Die Messmethoden sowie die Belegereife sind Herstellerabhängig und entsprechend exakt durchzuführen.
Trockenbauestriche sind Estrichplatten aus dünnen, ausreichend tragfähigen Trockenbauplatten. Die mineralischen Platten aus Gips und Gipsfasern oder Zement werden durch Verleimen, Verkleben oder Verspachteln der Stossfugen zu einer homogenen Estrichplatte gefügt. Ihre Kanten sind daher besonders ausgeformt. Bei vollflächig schwimmenden Konstruktionen werden die biegesteifen Estrichplatten ohne Verbindung zu Rohdecke und angrenzenden Wänden auf Dämmstoffe verlegt. Um ihre Durchbiegung zu mindern, benötigen diese Platten möglichst harte, ebene Dämmschichten als Untergrund.
Als Heizestriche werden Konstruktionen bezeichnet, die entweder in oder oberhalb der Lastverteilungsschicht Heizelemente beinhalten. Der Estrich wirkt als Heizkörper. Als Heizmedien werden in erster Linie mit Warmwasser befüllte Rohre verwendet. Wenn lediglich eine Fussbodentemperierung vorgesehen ist, ist es auch möglich, eine Elektroheizmatte unterhalb der keramischen Bodenplatten zu verlegen.